XIX. Rosenschau: „Von Weiß bis Rot“

1. – 4. Juli 2011
Botanischer Garten München-Nymphenburg

Schirmherrschaft: Herzog Franz von Bayern

Die Ausstellung wird unterstützt von der
Gesellschaft der Freunde des Botanischen Gartens München e.V.

Ausstellungsdaten

Dauer
Freitag, 1. Juli 2011 bis Montag, 4. Juli 2011

Öffnungszeiten
täglich durchgehend von 9 bis 18:30 Uhr; am Freitag bis 21 Uhr; am Samstagabend ab 20 Uhr Abendveranstaltung (Märchenlesung) in der Winterhalle. Das Freiland des Gartens ist am Abend bis 19 Uhr geöffnet; die Gewächshäuser schließen um 18:30 Uhr.

Ort
Botanischer Garten München-Nymphenburg, Menzinger Str. 65, 80638 München, in der Winterhalle und auf dem umliegenden Gelände

Zugang in den Botanischen Garten
Haupteingang: Menzinger Str. 65 (zur Winterhalle nächstgelegener Eingang)
Südeingang: Erreichbar zu Fuß über den Schlosspark Nymphenburg, mit dem Fahrrad über die Maria-Ward-Straße und den Radweg „Alte Menzinger Straße“. Vom Südeingang etwa 10 min Fußweg bis zur Winterhalle.

Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln
Erreichbar mit Trambahn Linie 17 und Bus 143
Haltestelle: Botanischer Garten

Eintrittspreis: 5 €, ermäßigt 3 €
Kinder bis zu 12 Jahren haben freien Eintritt, Zutritt jedoch nur in Begleitung Erwachsener. Im Eintrittspreis ist der Gartenbesuch einschließlich der Gewächshäuser und der Ausstellung enthalten, inbegriffen sind ferner die Teilnahme an den Führungen, Vorträgen und anderen Veranstaltungen, soweit nicht anders angekündigt.

Ausstellungsgestaltung

Kerstin Frohnholzer (GARTALERIE, Velburg) und das Team des Botanischen Gartens München-Nymphenburg. Das Konzept zur Ausstellung wurde von Kerstin Frohnholzer und Hubert Müller im Februar 2011 erarbeitet. Fotografie/Layout der Bilder und Karten, Poster: Franz Höck, Botanischer Garten München-Nymphenburg.

Begleitender Markt im Freiland

Traditionell wird die Rosenschau des Botanischen Gartens München-Nymphenburg von einem kleinen Markt begleitet. Hier kann man exquisite Rosen kaufen und durch allerlei Stände mit schöner Keramik, Begleitpflanzen und (Rosen-)Accessoires bummeln.

Rosenberatung

In der Ausstellung beantworten Mitglieder der Gesellschaft Deutscher Rosenfreunde e.V., Freundeskreis München, auch dieses Jahr fachmännisch Fragen zur Pflege und Kultur von Rosen.

Rosen des Botanischen Gartens München-Nymphenburg

Wegen des warmen Wetters ist die Blüte vieler Freilandrosen schon sehr fortgeschritten.


Hundsrose (Rosa canina), weiß

Hunde

Hunde dürfen nicht in die Winterhalle und in die Gewächshäuser. Aus Rücksicht auf die Tiere bitten wir auch darum, Hunde nicht auf den Markt mitzunehmen. Im Freiland des Botanischen Gartens München-Nymphenburg dürfen Hunde an der kurzen Leine mitgeführt werden.

Fotografieren

Fotografieren für rein private Zwecke – ohne Stativ - ist in der Rosenschau und auf dem Markt erlaubt.

Eindrücke von der XIX. Rosenschau

Bei schönem wie bei schlechtem Wetter ein Genuss fürs Auge und fürs Gemüt: Die in lebhaften Farben geschmückte Winterhalle.







Der „Rosen-Fesselballon" – das wohl das am meisten bestaunte Objekt in der Rosenschau


Ausschnitt des rosengefüllten Korbs


Einen reiche Auswahl an schönen Pflanzen bietet der umliegende Markt


Stand des Botanischen Gartens auf der Rosenschau


Von Weiß bis Rot

Motto

Aus dem reichhaltigen Farbspektrum der Rosenblüten hat der Botanische Garten München-Nymphenburg für seine diesjährige Rosenschau den Ausschnitt „Von Weiß bis Rot“ ausgewählt. Die Ausstellung in der Winterhalle wird daher farblich und thematisch von reinem Weiß, leuchtendem Rot, Nuancierungen dieser Farben und von vielerlei Rosatönen geprägt werden. Rosa ist übrigens die häufigste Blütenfarbe bei Rosen.

Symbolik

Den verschiedenen Farben der Rosenblüten schreibt man unterschiedliche symbolische Bedeutungen zu. Rote Rosen sind der Inbegriff von Liebe, weiße Rosen verkörpern die Unschuld – diese Zuordnungen sind allseits bekannt. Weniger verbreitet ist das Wissen um die Bedeutung von rosa Rosen, die Jugend und Schönheit symbolisieren.

Weiße und rote Rosen spielten im 15. Jahrhundert eine wichtige Rolle in England. Sie standen im Wappen von zwei Adelsfamilien, die sich wegen der Thronfolge befehdeten. Die rote Rose war das Wappenzeichen des Hauses Lancaster, die weiße Rose die des Hauses York. 30 Jahre währten die Auseinandersetzungen, die unter dem Namen „Rosenkriege“ bekannt sind. Die Fehde endete als Heinrich Tudor als letzter Überlebender aus dem Hause Lancaster das Erbe antrat und 1486 Elisabeth aus dem Hause York heiratete. Er wurde der spätere König Heinrich VII. von England. Als Symbol für die Vereinigung und Befriedung der beiden Häuser gilt die außen rote, innen weiße Tudor-Rose, eine Kombination aus roter Lancaster- und weißer York-Rose. Die Tudor-Rose ist noch heute ein Symbol für England.

Die weiße Rose ist in der jüngeren Vergangenheit zum Symbol für die gleichnamige Widerstandsgruppe gegen das NS-Regime um Sophie und Hans Scholl geworden; in einem Bereich der Ausstellung wird darauf Bezug genommen.

Legenden

Um die Entstehung der weißen und roten Rosen rankt sich so mancherlei Legende. Weiße Rosen, so will es die griechische Mythologie, entsprangen aus dem Schaum der Meeresbrandung, in dem Aphrodite geboren wurde.
Aphrodite ist als Göttin der Liebe auch an der Entstehung der roten Rosen beteiligt. Adonis, der Geliebte Aphrodites, so heißt es, wurde auf der Jagd durch einen wilden Eber verletzt. Seine Geliebte eilte herbei und brach ob der Verwundung in Tränen aus, die sich mit Adonis’ Blut mischten. Herrliche duftende rote Rosen entstanden daraus.

In der persischen Mythologie kennt man eine andere Geschichte. Die Königin der Blumen – so wird erzählt - war ehemals die Lotosblüte. Die anderen Blumen beklagten sich eines Tages im Himmel darüber, dass ihre Königin nachts immer schlafe. ALLAH ernannte daraufhin die weiße Rose zur Blumenkönigin. Eine Nachtigall flog herbei, hingerissen von der Schönheit der Blüte war sie unachtsam und verletzte sich an einem scharfen Stachel der Rose. Aus dem Blut, das aus der Brust des Vogels tropfte, entstanden die roten Rosen.


Ausstellung, Markt, Veranstaltungen, Beratung

Ein durchbrochener Baldachin aus rosa Bändern, der über der Ausstellung schwebt, klare rotweiße Dekorationen, besondere Rosenbilder und vor allem weiße, rosafarbene und rote Rosen – die Winterhalle ist wunderschön anzusehen und wirkt durch die roten, weißen und rosa Farbtöne fröhlich und leicht.

Alle anderen Rosenfarben, etwa gelbe oder apricotfarbene Rosen, gibt es dieses Mal nur auf dem umliegenden Markt zu sehen und zu kaufen – wie immer in großer Auswahl.
Ein Tipp noch nebenbei: Wer mit etwas Ruhe durch die Ausstellung und den Markt schlendern will, ist gut beraten zeitig in der Früh zu kommen. Ab 9 Uhr früh ist täglich geöffnet. Am Abend schließen Ausstellung und Markt um 18:30 Uhr; außer am Freitag, dem 1. Juli; an dem Tag ist bis 21 Uhr geöffnet.

Wer zu Hause im eigenen Garten oder auf dem Balkon Rosen kultiviert und dazu Fragen hat, oder etwas über Rosen und geeignete Begleitpflanzen erfahren möchte, der hat zum einen Gelegenheit, sich in der Ausstellung am Stand der Rosenfreunde (Freundeskreis München der GRF (Gesellschaft Deutscher Rosenfreunde e.V.) fachkundig beraten zu lassen. Zum anderen werden täglich interessanten Führungen (1. - 4. Juli, täglich um 10 und 16 Uhr) zu diesem Thema angeboten, bei denen man viel Wissenswertes rund um die Rose erfahren kann. In bewährter Weise werden die Führungen wieder von Herrn Rudolf Müller, dem ehemaligen technischen Leiter des Botanischen Gartens, abgehalten

Am Freitag (1. Juli, 17 Uhr) kann man sich in einem Vortrag über die Vorzüge des Rosenöls informieren.

Am Samstagabend (2. Juli) gibt es noch eine wunderbare Gelegenheit, die Ausstellung in der Winterhalle außerhalb der üblichen Öffnungszeiten zu genießen: Ab 20 Uhr liest dort die Performancekünstlerin Ruth Geiersberger das Märchen von „Schneeweißchen und Rosenrot“. Karten à 6,50 Euro sind ab sofort an der Hauptkasse erhältlich; Restkarten gibt es an der Abendkasse. Einlass ist ab 19:30 Uhr.

Und wer sich elternseits am Sonntag, dem 3. Juli, einige Zeit (14 - 16 Uhr) nur auf die Rosenausstellung konzentrieren möchte, der kann seine Kinder (ab 5 Jahren) zur Teilnahme an der Kinderaktion anmelden (Tel. 089 17861-310 nachmittags oder E-Mail info@botmuc.de). Es wird dabei um Duftpflanzen gehen und um Duftseife. Jedes Kind kann für sich oder als Geschenk ein Stück kneten. Materialgeld 3 Euro bzw. je nach Verbrauch.

Ausblick

Das Motto der diesjährigen Rosenschau steht im Kontext zu anderen Ausstellungen, die dieses Jahr zum Thema Farbe im Botanischen Garten gezeigt werden. Nach der Rosenschau folgt die Ausstellung „Farbenspiel der Fuchsien“ (9. bis 17. Juli 2011) und auch in der großen Sommerausstellung geht es um Farbe. „Safrangelb, Klatschmohnrot, Enzianblau … – Das bunte Treiben der Pflanzen“ heißt es vom 4. August bis 11. September 2011.

Fotos: Ehrentraud Bayer und Franz Höck, Botanischer Garten München-Nymphenburg
Text: Ehrentraud Bayer, Botanischer Garten München-Nymphenburg
Literatur: Gerd Krüssmann: Rosen, Rosen, Rosen